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Erfahrungen / Selbstständigkeit

Vor- und Nachteile der Selbstständigkeit

Der eigene Chef sein. Arbeiten wann und wo man möchte. Viel mehr Geld verdienen als ein Angestellter. Das sind oft die Vorstellungen, wenn man an die Selbstständigkeit denkt. Die Realität schaut dann doch etwas anders aus ;-). Darum habe ich mir gedacht, ich fasse für euch mal die Vor- und Nachteile des Selbstständigseins, aus meiner Sicht, zusammen. Ich möchte darauf hinweisen, dass ich hier nur von meiner eigenen Erfahrung spreche und dass es natürlich je nach Branche und Bereich Unterschiede gibt. Im Großen und Ganzen geht es jedoch jeden Selbstständigen gleich…

Ich war mir nicht ganz sicher, ob es besser wäre mit den Nachteilen oder doch eher mit den Vorteilen anzufangen. So quasi, die “schlechte Nachricht” zuerst und danach die “Gute”. Aber eigentlich ist es egal wie ich anfange, denn es gibt zum Thema Selbstständigkeit Sonnenseiten und Schattenseiten gleichermaßen.

Vorteile

Portfolio KolibriDesign
Auszug Portfolio (alt) KolibriDesign

Natürlich gibt es viele Vorteile, die eine Selbstständigkeit mit sich bringt. Die, die meiner Meinung nach am wesentlichsten sind, habe ich hier zusammengefasst:

  • Du bist dein eigener Chef
    Das ist wohl einer der häufigsten Gründe, sich selbstständig zu machen. Man ist sein eigener Chef. Man muss keinen Anweisungen mehr folgen. Man kann selbst über Dinge entscheiden. Man kann sich die Arbeitszeiten aussuchen. Man kann also tun und lassen was man will und trägt damit selbst die Verantwortung für die Firma.
  • Du arbeitest für dich selbst
    Als selbstständige Person verwendest du deine Energie für dich selbst. Das bedeutet, das Geld was du durch Aufträge verdienst, gehört dir ganz alleine. Je mehr du also arbeitest, desto mehr kannst du verdienen. Somit wird dein Fleiß sofort belohnt, ohne dass du um eine Gehaltserhöhung betteln musst. Dabei hat nicht nur das verdiente Geld eine Bedeutung, sondern auch das Lob der zufriedenen Kunden. Wenn ein Kunde zufrieden ist, ist das wohl der schönste Verdienst den du durch deine Arbeit erhalten kannst.
  • Du bist ortsunabhängig
    Dieser Punkt betrifft natürlich nicht alle Branchen, aber in meiner ist es zum Beispiel möglich. Ich brauche nur einen Laptop und einen guten Internetempfang und könnte meine Aufträge, wo auch immer ich möchte, bearbeiten. Das ist für mich persönlich ein großer Vorteil, denn ich könnte eine Zeit lang ins Ausland vereisen und trotzdem weiterarbeiten, wie ein sogenannter digitaler Nomade :D.
  • Du kannst dir ein Netzwerk aufbauen
    Ein Netzwerk kann man sich auch als Angestellter aufbauen, aber als selbstständige Person ist es noch wichtiger. Denn ein gutes Netzwerk führt zu neuen Kontakten und in weiterer Folge auch zu neuen Aufträgen. Zusätzlich kann man sich zum Thema Selbstständigkeit austauschen und Kooperationen für gemeinsame Projekte eingehen.
  • Du kannst deine Leidenschaft zum Beruf machen
    Das Schönste ist doch, wenn man seine Leidenschaft oder sein Hobby zum Beruf machen kann. Man das machen kann, was einem Spaß bereitet und wo man sich verwirklichen kann. Nie wieder jammern wenn schon wieder Montag ist. Diesen Wunsch haben die meisten. Warum sich auch viele, gerade im kreativen Bereich, selbstständig machen.

Nachteile

Leitfaden Unternehmensgründung
Leitfaden Unternehmensgründung

So prickelnd die Vorteile auch klingen, darf man die weniger schönen Dinge des Selbstständigseins nicht vergessen. Auch hier habe ich euch die für mich wesentlichen Punkte zusammengefasst:

  • Du bist Chef und Angestellter in einer Person
    Wenn man selbstständig ist, muss man viele Dinge selbst erledigen. Man muss sich selbst um neue Aufträge kümmern. Man muss Kundengespräche führen. Man muss die Aufträge selbst durchführen und auch kontrollieren. Man muss Marketing betreiben. Man muss die Organisation und die Buchhaltung selbst machen, usw. usw. Gerade am Anfang seiner Selbstständigkeit, muss ein Einzelunternehmer viele Positionen gleichzeitig besetzen. Natürlich kann man gewisse Arbeiten abgeben, jedoch muss man die dann auch aus der eigenen Tasche bezahlen.
  • Du brauchst Disziplin
    Wer sich selbstständig macht, benötigt eine gewisse Selbstdisziplin. Das bedeutet, man braucht einen geregelten Stundenplan bzw. Tagesablauf. Man muss sich selbst dazu motivieren sich an die Arbeit zu machen. Oft hilft dabei der Gedanke, dass man eben nur Geld verdient, wenn man arbeitet. Strukturen und eine gute Organisation helfen dabei, Deadlines für Kundenaufträge einzuhalten. Vielen fällt es daher schwer, sich im Home-Office zu konzentrieren, da es zu viele Ablenkungen wie z.B. Haushalt, Bett oder TV gibt. Ein eigenes Büro zu mieten, kann dabei helfen, sich auf die Arbeit zu konzentrieren. Jedoch ist auch dieses nicht gerade mit geringen Kosten verbunden.
  • Du verdienst nur wenn du arbeitest
    Wie schon erwähnt, verdienst du nur das, was du leistest. Du bekommst kein 14. Gehalt, du bekommst keinen bezahlten Urlaub und du wirst auch nicht bezahlt wenn du krank bist. (bei schweren Krankheitsfällen und Schwangerschaft gibt es Ausnahmen) Daher ist es sinnvoll sich ein passives Einkommen zu generieren. Das ist zum Beispiel möglich durch Onlinekurse, Affiliate-Marketing wenn du einen eigenen Blog hast, Online-Shop usw. Zum Thema “passives Einkommen” möchte ich jetzt nicht näher eingehen, weil es da viele Möglichkeiten gibt. Aber auch um dieses zukünftig generieren zu können, muss man davor viel Arbeit reinstecken. Von nix, kommt also nix.
  • Du trägst die Verantwortung
    Wenn du Scheiße baust, musst du alleine dafür gerade stehen und trägst ganz alleine die Verantwortung. Auch wenn zum Beispiel ein Kunde nicht zahlt, musst du dich selbst darum kümmern, weil du das Geld zum Leben brauchst. Aber um zum Thema “Scheiße-bauen” zurückzukehren: Fehler passieren und das ist gut so. Denn so entwickelst du dich weiter und deine Erfahrung wächst. Habe also keine Angst vor Fehler, denn mit der Zeit wirst du lernen, schnell Lösungen für diese Fehler zu finden, um sie wieder gut zu machen.
  • Du musst dich um Steuern und Buchhaltung selbst kümmern
    Fleiß wird belohnt. Mit Fleiß wirst du mit Sicherheit mehr verdienen als ein Angestellter und es ist natürlich schön zu beobachten, wenn der Kontostand immer höher wird. ABER! Das Geld gehört dann doch nicht nur dir alleine. Denn du darfst nicht vergessen, dass du regelmäßig deine Sozialversicherungsbeiträge zahlen, und am Ende des Jahres deine Einkommensteuererklärung machen musst. Daher ist es sinnvoll, wenn du dir ein Geschäftskonto anlegst und dir monatlich einen bestimmten Betrag als “Gehalt” auszahlst. Wie hoch der ist, liegt da ganz bei dir. Aber er sollte realistisch und nicht so hoch sein, denn sonst fehlt dir das Geld am Ende des Jahres, wenn es heißt SVA-Nachzahlung und Einkommensteuer! Hol dir zur Sicherheit eine zuverlässige Steuerberatung, die dich dabei unterstützt. Auch die Buchhaltung sollte regelmäßig erledigt werden, damit du nicht die Übersicht über Zahlungseingänge und – ausgänge verlierst.

Fazit

Ja, ich habe mich bewusst dazu entschieden, gleich viele Vorteile wie Nachteile aufzuzählen. Weil ich die Selbstständigkeit weder schlecht reden, noch beschönigen möchte. Für mich persönlich ist es die richtige Entscheidung gewesen. Ich werde mich bemühen, dass es auch dabei bleibt und ich selbstständig bleiben kann. Dafür braucht es nun mal Disziplin, Fleiß und Kreativität. Das Wichtigste ist die Weiterentwicklung und dass man nicht stehen bleibt und sich auf den derzeitigen Erfolg ausruht.

Die Selbstständigkeit ist mit viel mehr Aufwand und Risiko verbunden, als wenn man als Angestellter für eine Firma arbeitet. Aber es ist ein Aufwand, den man für sich selbst betreibt. Auf den man stolz sein kann. Geld und Lob vom Kunden hat dann plötzlich viel mehr Bedeutung. Am Ende ist man zufriedener, auch wenn mal weniger Aufträge reinkommen und man deshalb vielleicht weniger Geld verdient. Es gibt gute und schlechte Zeiten. Doch nichts macht einen so glücklich und zufrieden wie seine Selbstverwirklichung.

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